Die vernetzte Studio-Produktion

Früher war der Weg ins Studio ein ganz besonders aufregender Schritt für jeden Solo-Künstler oder Band. Analoge Technik allenthalben, riesige Hardware-Türme und meterweise Mischpult beindruckten nicht nur Künstler, sondern stellten nicht selten die Produktions-Reputation des Studios dar.
Je mehr Regler, desto besser fühlte man sich aufgehoben. Tontechnik ist nun aber nur der “letzte” Teil in der Produktionskette von Musik und Sounds; professionelles Equipment wird schlicht vorausgesetzt. Auch wir haben vor ca. 2 Jahren komplett auf digitale Technik umgestellt und so sieht ein Projektarbeitsplatz eines Producers heute eher so aus wie ein moderner Layoutarbeitsplatz eines Designers, erweitert durch ein gutes und störschalloptimiertes Abhörsystem und mindestens einem Keyboard, welches direkt an die digitale Systemumgebung angeschlossen ist.
Den Einstieg in diese Systemumgebung gönnen sich zunehmend auch mehr Amateure und semiprofessionelle Bands, um schnell zu Layouts oder Demos zu kommen, die sie selber produzieren. Häufig genug ist bei (Hobby-)Bands (ich spreche da aus Erfahrung) die Zeit zum Proben knapp, und so entstehen orts- bzw. zeitungebunden erste Song-Entwürfe eines einzelnen Bandmitglieds (z.B. vom Gitarristen), das anschließend diese aufgenommene Spur digital zum Bassisten schickt, dieser erweitert das ganze um eine Bassspur, anschließend folgen z.B. Keys (Tasteninstrumente) eines dritten Bandmitglieds, dann die Vocals (Gesang) usw.
Das Internet wird dabei zum Transportmedium der Einzelspuren und idealerweise arbeiten alle Mitglieder mit dem gleichen Produktionssystem. Zu den bekanntesten der Branche zählen neben dem High-End-System ProTools auch Cubase und Logic. Jeder Anbieter hat heute schon eine Einsteigerversion im Programm, mit welchem völlig ausreichende Basisfunktionen für Hobby-Musiker zur Verfügung stehen.
Übrigens: So schön diese Technik auch sein mag, am Ende zählt trotz aller elektronischen Kinkerlitzchen immer noch am meisten, ob der Song jemanden anspricht, ob er Emotionen überträgt oder zum Mitsingen einlädt. Oder ob er, wie bei uns im Feld des Sound-Brandings, als Brand-Song wirklich auch die Markenwerte transportiert und memorierbar ist.

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Roland Kühl-v.Puttkamer

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