Speakers Corner, oder wo die echten Blogger sind
Das erste Mal war ich, glaube ich, 1975 in London. Eines der beindruckendsten Erlebnisse hatte ich im Hyde Park, genauer Speakers Corner, wo wahre Weltbürger ihre Meinung über Gott und die Welt den freilufthungrigen Spaziergängern anbieten.
Auf der sprichwörtlichen Apfelsinenkiste halten Menschen wie Du und ich Vorträge, sinnieren, philosophieren, argumentieren, kritisieren, pöbeln und geben alles. Die Anzahl der Zuhörer wechselte während meiner Besuche zwischen einem Dutzend bis zu gut hundert Personen. Alles darf gesagt werden - ganz basisdemokratisch, nur die Queen und ihre Familie müssen außen vor bleiben, sonst gibt´s Ärger.
Aber das versteht sich fast von selbst in der parlamentarischen Monarchie…
Aus heutiger Sicht kann ich nur sagen: Dort sind die echten Blogger, das ist die Wiege der Blogkultur und so sollte sie auch im WEB 2.0 einen Platz finden. Ich will auch ein Speakers Corner. Und ich nenne es “Speakers Spots“. Die Apfelsinenkiste ersetzen wir durch das Telefon und CAllBlog Nummern (damit die spontanen Gedanken nicht auf dem Weg zum nächsten PC verwässern, sondern frisch, fromm, fröhlich und frei sind), den Hyde Park machen wir virtuell wieder auf und ab geht´s. Wer will, kann sich auch filmen und bei youtube oder anderen Diensten verewigen. Einfach den Permalink an eine feste Mailblog-Adresse senden und fertig.
Speakers Spots ist überall: in der Kneipe, auf dem Schulhof, der Mensa, am Arbeitsplatz, im Bett, beim Fernsehen oder beim Arbeitsamt, egal. Lasst los, was losgelassen werden muss. Einzige Einschränkung -wie beim Original: Die Queen und ihre Familie darf nicht beleidigt werden ;-), übersetzt für dieses Projekt bedeutet das: wer denunziert, beleidigt oder sonstwie seine Kinderstube vergisst, muss leider draussen bleiben…
Ganz wichtig: Speakers Spots lebt vom gesprochenen Wort (sonst wäre es ja auch eher eine “writers corner”) und genauso sollte es auch im Web sein. Schriftliche Kommentare sind willkommen, aber die Beiträge bleiben Audio und Video.
Die einzelnen Rufnummern ordnen sich dann Kategorien zu, die dynamisch wachsen können und sollen. Speakers Spots bleibt dabei immer demokratisch. Die Hörer entscheiden, was Topspot oder Flopspot ist. Die Moderatoren von Speakers Spots ordnen nur die Strukturen, achtet auf die Spielregeln und sorgt für eine gute Datensicherung ;-).
„Nur ein Traum!“…oder?


Januar 10th, 2007 at 22:20
Ich finde geschriebene Kommentare irgendwie mindestens genauso schön
(Hab auch immer Ton aus etc)
xD