Phonecaster - Das Podcastmobil
Innerhalb meiner Marktsichtung für Voiceblogging-Anwendungen war mir zwar schon länger Phoncaster bekannt; bis jetzt hatte ich allerdings keine Gelegenheit, die Applikation zu testen. Vorab: Alles, was ver(ge-)sprochen wird, funktioniert auch. Der Fokus liegt eindeutig auf der mobilen Nutzung von Podcasts. Dabei kann man sich über Telefonnummern, die auf der Homepage von Phonecaster zu finden sind, in den Podcast einwählen und alle zugehörigen Episoden über das (Mobil-)Telefon anhören. Der Podcast wird per Tonwahl gesteuert, d.h über die Tasten des Telefons kann man in den Beiträgen navigieren, Episoden skippen und sogar eigene Kommentare hinterlassen.
Für Podcast-Anbieter ist das Procedere ähnlich. Zunächst wähle ich mich unter einer festen Rufnummer in den Dienst ein. Dabei darf die eigene Rufnummerübermittlung nicht ausgeschaltet sein. Phonecaster erkennt dann den eigenen Anschluss, bittet nach einem (beliebigen) 6-stelligen Zahlenpasswort (PIN) und vergibt anschließend eine Accountnummer.
Mit Accountnummer und Pin kann ich dann meinen Podcast und die verschiedenen Episoden auf der Homepage verwalten. Zum Aufnehmen einer Episode steht zwei Möglichkeiten zur Verfügung:
- Ich kann eine vorproduzierte mp3 direkt auf den Server hochladen
- Über die Phonecaster-Telefonnummer kann ich (über meinen zuvor registrierten Anschluss) Episoden (mobil) besprechen.
Schließlich erzeugt das System einen validen RSS-Feed, über den alle Beiträge auch über das WEB veröffentlicht und gehört werden können.
Soweit, so gut. Leider nur werden die Audio-Kommentare nicht im Feed verwaltet, d.h. Kommentare sind wirklich nur über das Telefon abhörbar. Da Podcasts üblicherweise in Blog-ähnlichen Systemen im Web verwaltet werden, bleiben die Audio-Kommentare für Blogger auf der Strecke; sie sind ausschließlich über das Telefon hörbar.
Konzeptbedingt ist Phonecaster also ein ausschließlich auf Feed-Ebene existierender “Podcast”, der eigenständig als barierrefreier Audio-Informationskanal funktioniert und daher z.B. für Sehbehinderte tolle Features beinhaltet. Wer hingegen die Integration in existierende “Textblogs” wünscht, kann nur über manuelle Umwege zum Ziel kommen, da Phonecaster zunächst einen vollkommen eigenständigen Feed abseits der Blog-Contents generiert.
Andererseits kann hier das Podcasting komplett ohne einen einzigen PC oder Internetzugang betrieben werden (nach der einmaligen Einrichtung), und das hat zweifellos auch seinen Charme und reale Anwendungspotenziale.
Hoffentlich geht dem Dienst nicht irgendwann die Puste aus, denn die Idee ist geil und verdient es, z.B. in einem Mehrwertdienst von Mobilfunk-Providern ein Ertragsmodell zu finden.
Diesen Demo Podcast von Phonecaster könnt ihr unter 0931/66399 1937 problemlos anhören. Mit einer Telefon-Flatrate ist das sogar vollkommen kostenlos, ansonsten kostet es die üblichen (geringen) Telefongebühren. Zum Kommentarmenu kommt man jederzeit über die * Taste auf dem Telefon.
Der RSS-Feed im Internet sieht so aus.



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