Sound Branding macht müde Marken munter.

Halten wir einmal den Ball flach. Generell ist Sound Branding natürlich keine Maßnahme, um eine bereits defizitäre Markenführung an jeder Ecke mit akustischer Aufmerksamkeit zu versehen. Und ganz sicher ist es kein Instrument, um durch blanke Lautheit die ohnehin existierende Werbeflut um eine weitere Sinnesschädigung zu ergänzen. Zitat Albrecht Ude, zeit.de:

” “…Werbewirkung von Bannern steigt durch Vertonung um bis zu 200 Prozent”, lautet eine Kernbehauptung, “Aufmerksamkeit für die Bannerwerbung steigt um 25 Prozent”, eine andere. Kein Zweifel, dass die Aufmerksamkeit durch beschallte Werbung steigt; die Gewogenheit indes wohl kaum. Das zeigt zum Beispiel ein Blick in das Meckerblog von ZEIT online: “Musik aus, die Leute wollen hier lesen!”

Rich-Media Banner mit Sound schaffen also eine ungleich höhere Verbraucherwahrnehmung. Natürlich tun sie das. Wenn ich plötzlich das hier:

oder das hier:

im echten Leben höre, bin ich als Autofahrer und Vater auch aufmerksam. Bin ich aber auch positiv eingestimmt, wenn ich als Verbraucher plötzlich derart offensiv und unaufgefordert mit Sound beballert werde? Sound Branding funktioniert so nicht, wie überhaupt “laute” Werbung ein Auslaufmodell ist. Gute Brand Sounds sind u.a. subtil, dezent und wirken assoziativ zur Marke (Brand Fit). Sie wirken auch nur an den Touchpoints, bei denen der Verbraucher dieses erwartet und seine Ohren “auf Empfang” stellt. Dass die Elemente dieser Sound ID nach allen Regeln der Markenführung entwickelt und eingebettet werden müssen, versteht sich dann eigentlich von selbst. Denn wer wechselt sein Logo schon nach Lust und Laune, wenn er erfolgreich eine Marke entwickeln will? Microsoft vielleicht?

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Roland Kühl-v.Puttkamer

Roland Kühl-v.Puttkamer

3 Kommentare zu “Sound Branding macht müde Marken munter.”

  1. Cornelius Ringe sagt:

    Genau so isses! Das kann ich bestätigen. Sogar als Vater! :-)

    Audio Branding für mehr Klangökologie!

2 Quellenverweise

  1. Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Auch Juristen haben Spaß. schreibt:

    [...] “Wo, gesungen wird, da lass dich nieder, denn böse Menschen kennen keine Lieder.” Ob diese Truppe nun aber wegweisend für eine neue Form der Werbung für Anwaltskanzleien sein wird, wage ich zu bezweifeln. Die Sangeskünste sind übersichtlich, die Texte haben es aber in sich und belegen einen Humor, den ich so nicht immer von der Zunft erlebt habe. Titel wie “Santa Headhunter´s Calling” oder “Billable Christmas Blues” machen´s deutlich. Aber Achtung: Wer die Website besucht, bekommt es als Musik-Autostart sofort auf die Ohren, eigentlich ein NoGo für Sound im Web. via Basimo. Tags: Musik, soundbranding, steinhöfel [...]

  2. O h r… k a u f t… m i t ! » Wirklich üble Klänge. Rein statistisch. schreibt:

    [...] Die Bronze Medaille schließlich erhält ein Geräusch, welches zwar nervig, aber doch irgendwie auch zu Herzen geht. [...]

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